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| Grundfragen der Medienwirtschaft: Eine betriebswirtschaftliche Einführung (Springer-Lehrbuch)
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Lehrbuch für Medien-Enterpreneure
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Rezension bezieht sich auf: Grundfragen der Medienwirtschaft (Springer-Lehrbuch) (Taschenbuch) Johannes ist passionierter Mountainbiker und hat von seiner Tante 3 Mio. Euro geerbt. Nun möchte er eine Rad-Zeitschrift herausbringen, die sein Erbe etwa so verzinst, wie die Anlage des Geldes in Aktien. Das ist - etwas verkürzt - die Ausgangslage der Fallstudie "KrossOver Verlag", die am Schluß des Buches "Grundfragen der Medienwirtschaft zu finden ist.
"Kein leichtes Unterfangen!" mag man Johannes beim Blick auf den deutschen Zeitschriftenmarkt zurufen. Doch theoretisch ist die Aufgabe natürlich lösbar - sofern das Lehrbuch gründlich durchgearbeitet wurde. Und falls doch Probleme auftauchen, so gibt es im Internet die Musterlösung.
Die Fallstudie greift auf den Inhalt des Lehrbuches zurück, in dem Medienunternehmen aus vier betriebswirtschaftlichen Perspektiven betrachtet werden: produktorientiert (Kapitel 2), ressourcenorientiert (Kapitel 3), kaufmännisch (Kapitel 4) und managementorientiert (Kapitel 5). Das erste Kapitel ist eine Einführung in ökonomische Grundbegriffe wie Wirtschaften, ökono- misches Prinzip und Märkte. Hier werden auch die Medienunternehmen, um die es fortan geht, definiert: "Medienunternehmen erzeugen, bündeln und distribuieren Informationen und Unterhaltung", lautet der erste Satz des Buches. Diese drei Stufen ergeben in Kombination mit den vier Massenmedien Print, Rundfunk, CD (stellvertretend für digitale Speichermedien, wie z.B. DVD) und Online insgesamt 12 Typen von Medienunternehmen.
"Prominenteste und auch wichtigste Vertreter sind sicherlich Verlage und Sender" schreiben Schumann/Hess, beziehen aber auch den immer wichtiger werdenden Online-Bereich in ihre Betrachtungen ausführlich mit ein, den sie in Content Provider (Erzeugen), Broker (Bündeln) und Service Provider (Distribution) einteilen.
Am Anfang des Lehrbuches heißt es: "die wichtigste Ressource in einem Medienunternehmen ist das Personal" , doch dieses Thema wird im ressourcenorientierten Kapitel nur sehr knapp beschrieben, während den Informationssystemen als Ressource weitaus mehr Platz eingeräumt wird. Das Faible der Verfasser für die -zweifelsohne im Medienbereich wichtigen- EDV-Systeme verwundert nicht, da beide am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Göttingen lehren. Interessant ist hier vor allem der Abschnitt über die Integration der betrieblichen Informationssysteme (also beispielsweise die Anbindung des Abrechnungssystems an das Redaktionssystem) und die medienneutrale Datenhaltung für die Publikation in verschiedenen Medien.
Leider findet sich beim Punkt Personalleasing ein Druckfehler, der die gesamte Passage unverständlich macht (S. 83). Zum Personal gibt auch das managementorientierte Kapitel mit den Schwerpunkten Organisation und Planung nicht viel her. Wenn Menschen als kritischste Ressource in Medienbetreiben gelten und die Mitarbeiter gewiss auch Besonderheiten gegenüber anderen Branchen aufweisen, interessieren Motivationstheorien, Unternehmenskultur und deren Wandel allerdings besonders.
Schumann/Hess haben ihr Buch verständlich und grundlagenorientiert geschrieben, so daß es für Leser mit unterschiedlichen Bildungshintergründen - also auch für Geisteswissenschaftler - geeignet ist. Ihre "erste umfassendere Darstellung der Medienwirtschaft" verorten sie aber klar im Bereich der Wirtschaftswissenschaften.
Der Vorteil des Buches ist sicherlich der hohe praktische Nutzen durch das didaktische Konzept: die klare Gliederung, Diskussionsfragen, Fallstudie und Internet-Ergänzung machen das Buch zu einem zeitgemäßen Lehrbuch, daß auch Spaß beim Lernen vermitteln kann. Auch ohne 3 Mio. Euro Erbschaft kann das Buch einen hohen praktischen Nutzwert haben.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. Oktober 2001 | | |
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